Vom Dokument zur Entscheidung: Lunch & Learn mit Asklepios in Frankfurt

Wie sieht Agentic Document Processing in der Praxis aus, wenn man die Folien weglässt? Am 16. Juni 2026 haben wir genau das im Westend Tower gezeigt, gemeinsam mit Asklepios, einem der größten privaten Klinikkonzerne Deutschlands.
Frankfurt, 16. Juni 2026. Über den Dächern der Bankenstadt, mit Blick auf den Fernsehturm und die Skyline, kamen knapp 20 Entscheider aus Mittelstand und Konzernen zu unserem Lunch & Learn im Westend Tower zusammen. Das Thema: Agentic Document Processing und die Frage, wie sich unstrukturierte Dokumente nicht nur extrahieren, sondern auch verstehen, einordnen und in fundierte Geschäftsentscheidungen überführen lassen.
Was diese Veranstaltung von einem typischen Vendor-Event unterschied: Keine reine Demo, keine Marketing-Folien. Stattdessen ein echter Praxis-Bericht eines Kunden, der den Weg von der Idee bis zum Produktivbetrieb gegangen ist und eine Hands-on-Session, in der die Teilnehmer selbst Hand anlegen konnten.
„Dokumente prägen unseren Alltag mehr, als uns bewusst ist“
Mit diesem Satz eröffneten unsere Lunatec-Kollegen den Nachmittag. Eine vermeintlich einfache Aussage, die schnell konkret wurde: Eingangsrechnungen, Verträge, Lieferscheine, AU-Bescheinigungen, Bestellbestätigungen; in fast jedem deutschen Unternehmen oberhalb von 500 Mitarbeitern landen monatlich Tausende solcher Dokumente in den Postfächern der Sachbearbeitenden. Und in den allermeisten Fällen werden sie noch immer manuell verarbeitet.
Der Grund liegt nicht in mangelndem Willen, sondern in der Komplexität: Jeder Lieferant nutzt ein eigenes Format. Verträge enthalten Klauseln, die kontextuell verstanden werden müssen. Rechnungen kommen mit Anhängen, deren Bezug zur Hauptpost erst hergestellt werden muss. Klassische OCR scheitert spätestens hier und genau das war der Ausgangspunkt für die Live-Demo.

Live-Demo: Vom Dokument zur Entscheidung
Im ersten Hauptteil zeigten unsere Kollegen anhand eines konkreten Use Cases, wie der Weg in der Praxis aussieht. Eine Eingangsrechnung wird ins System eingespielt, und ein Agent extrahiert automatisch die relevanten Felder. Aber damit hört es nicht auf: Der Agent erkennt, dass das Layout vom bisherigen Lieferanten-Format abweicht, prüft die Plausibilität der Beträge, gleicht die Bestellnummer gegen das ERP ab und priorisiert die Rechnung anhand der Skontofrist.
Bei einer Unstimmigkeit eskaliert der Agent nicht stillschweigend, sondern bindet einen Fachanwender ein, mit allen relevanten Informationen aufbereitet, sodass die Entscheidung in unter einer Minute getroffen werden kann. Das ist der entscheidende Unterschied zu klassischer Automatisierung: Der Mensch wird nicht ersetzt, sondern gezielt dort eingebunden, wo sein Urteil tatsächlich Mehrwert schafft.
Asklepios: Der Use Case aus erster Hand
Den Höhepunkt des Nachmittags lieferte der Praxisbericht von Asklepios. Im Finanzbereich des Klinikkonzerns läuft seit 2018 eines der umfassendsten Automatisierungsprogramme im deutschen Gesundheitswesen — über 120 Prozesse, 1,7 Millionen Transaktionen pro Jahr, 5.000 eingesparte Arbeitstage in 18 Monaten.

Die Asklepios-Vertreterin Sandra Schlösser führte die Teilnehmer durch das 7-Schritte-Framework, mit dem Use Cases bei Asklepios von der ersten Idee bis in den stabilen Produktivbetrieb gebracht werden:
- Identifikation von Use Cases — Anforderungs- und Potenzialerhebung
- IST-Aufnahme und Modellierung — Prozessdokumentation als Grundlage
- AI-Readiness-Check — Bewertung der Datenqualität und Eignung für Agentic AI
- Umsetzung — Implementierung mit Smart-Build und Agent-Builder
- Compliance & Governance — Fachtest, Lieferobjekte des Agents
- Übergabe in den Betrieb — Fachübergabe und Bereitstellungsobjekte
- Performance Monitoring — Human-in-the-Loop, Insights und Reporting
Eine Erkenntnis, die im Raum besonders nachhallte: Der Erfolg eines Automatisierungsprogramms hängt selten an der Technologie. Er hängt an der Bereitschaft der Organisation, Prozesse ehrlich anzuschauen und dort zu vereinfachen, wo über Jahre Komplexität gewachsen ist.
Hands-on mit UiPath IXP

Nach der Pause wurde es praktisch. In der Hands-on-Session arbeiteten die Teilnehmenden selbst mit UiPath Intelligent Xtraction Platform (IXP). Bewaffnet mit Laptops und einer Auswahl realistischer Beispieldokumente erlebten sie unmittelbar, wie sich ein Dokumentenprozess in wenigen Schritten konfigurieren lässt.
Besonders die Fragen am Rand der Übung waren aufschlussreich: Wie integriert man die Plattform in eine bestehende SAP-Landschaft? Was kostet der Betrieb pro Monat? Wie lange dauert es vom Pilot bis zum produktiven Einsatz? Antworten, die in einem Vendor-Pitch oft vage bleiben, hier aber konkret gegeben werden konnten.
Networking mit Skyline-Blick
Den Ausklang fand der Nachmittag wie der Anfang: bei gutem Essen, kühlen Getränken und Gesprächen mit Skyline-Blick. Was sich in der Hands-on-Session angedeutet hatte, vertiefte sich hier: Die meisten Teilnehmer kamen mit ähnlichen Fragestellungen, wie skaliere ich erste RPA-Erfolge? Wie überzeuge ich meinen CFO vom Business Case für Agentic AI? Wo fange ich an, wenn ich noch ganz am Anfang stehe?
Genau für diese Fragen ist das Format gemacht. Nicht als Frontalvortrag, sondern als Austausch zwischen Praktikern, die wissen, dass die besten Antworten meist nicht in Whitepapern stehen.
